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Private Krankenversicherung: Die Qual der Wahl

Von admin | 20.Februar 2006

Privat Versicherte zahlen weniger, bekommen bessere Medikamente als gesetzlich Versicherte und müssen beim Arzt nie warten. Doch es gibt auch Nachteile.

Trotz vieler Vorteile kann der Wechsel in die private Krankenkasse Nachteile haben. So sind nicht alle Leistungen automatisch besser. Einige Private Versicherer locken mit extrem günstigen Tarifen vor allem für junge Leute. Es handelt es sich hierbei in der Regel aber nicht um Sonderangebote, sondern schlichtweg um Tarife mit verringerten Leistungen. U. U. finden sich privat Versicherte dann auf einmal doch auf dem Leistungsniveau der gesetzlichen Kasse wieder. Ein anderes Mal werden Kosten für den Heilpraktiker oder die Psychotherapie nicht abgedeckt. Und wieder andere Tarife sehen hohe Selbstbeteiligungen vor, die im Krankheitsfall für eine hohe finanzielle Belastung sorgen könnten.
Was viele Versicherte nicht beachten: Die Wahl einer privaten Krankenversicherung ist in der Regel eine Wahl fürs Leben. Wer nach ein paar Jahren unzufrieden ist, würde bei einem Wechsel zu einem anderen Privaten seine Altersrückstellungen verlieren, die die Kostensteigerungen im Alter erträglicher gestalten sollen. Damit ist man einem Krankenversicherer praktisch bis ans Lebensende ausgeliefert, auch wenn die Preise explodieren.
Ein weiteres Problem: der Preis. Die Prämien der privaten Krankenversicherung sind anders als die der gesetzlichen Krankenversicherungen weder an das Einkommen gebunden noch bei einem bestimmten Höchstbetrag gedeckelt. Da ältere Menschen im Durchschnitt höhere Gesundheitskosten verursachen als jüngere, steigen die Versicherungsprämien mit dem Lebensalter. Unterstützt wird diese Entwicklung dadurch, dass gerade für ältere Versicherte die Rückkehr in die gesetzliche Kasse im Alter fast unmöglich ist. Damit bleiben Privatpatienten auch im Alter Privatpatient und müssen entsprechend höhere Beiträge zahlen.
Daran ändert auch das Wechselrecht in einen günstigen Basistarif nichts. Denn dieser orientiert sich zwar am Preisniveau der gesetzlichen Kasse, aber auch die Leistungen sind dann auf dem Niveau der gesetzlichen Krankenversicherung.

(Quelle: stern.de, alle Angaben ohne Gewähr)

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