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Private Krankenversicherung: höhere Kosten wegen Gleichstellung
Von Lothar | 16.November 2007
Die Gleichstellung von Mann und Frau in der PKV kostet Geld. Wie teuer das für Krankenversicherte in der privaten Krankenversicherung ab Januar 2008 werden kann, bleibt abzuwarten. Denn derzeit versenden private Krankenversicherungen Briefe an einen großen Teil ihrer mehr als 20 Millionen Kunden und informieren sie über die Preisveränderungen. Männer werden für ihre PKV mehr bezahlen müssen, Frauen werden dafür entlastet. Anders als bei normalen Erhöhungen der PKV-Prämien haben Kunden in diesem Fall nicht das Recht, ihren PKV-Vertrag zu kündigen.
Auslöser für das Szenario ist das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG). Es zwingt die Versicherer dazu, die Kosten von Schwangerschaft und Entbindung künftig auf beide Geschlechter zu verteilen. Dabei geht es um nennenswerte Summen: z.B. allein die Debeka, der größte deutsche private Krankenversicherer, gibt jedes Jahr für diese Zwecke 67 Millionen Euro aus. Hochgerechnet auf die gesamte Branche, dürften die Schwangerschaftskosten etwa 350 bis 400 Millionen Euro betragen. Und rund 50% dieser Kosten werden künftig die die privat versicherten Männer begleichen – wenn auch nicht alle, denn von der Umverteilung sind meist die jüngsten und die ältesten Jahrgänge ausgenommen.
Wie teuer wird die Umstellung werden? Bispiel Debeka: Einige Beamte unter den Debeka-Kunden werden zum Beispiel bis zu 12 Prozent mehr als bisher für Ihren PKV-Tarif bezahlen müssen. Auf Nichtbeamte kommen in einigen PKV-Tarifen Prämienerhöhungen von bis zu 5 Prozent zu. Das sind in etwa zu erwartende Mehrbelastungen von monatlich 5 – 8 Euro. Dem stehen die Entlastungen bei den Frauen gegenüber. So werden Debeka-Kundinnen in einigen Tarifen bis zu 12 Prozent weniger zahlen, was monatlich etwa 20 Euro sein könnten.
In einigen Tarifen ist das Ausmaß der Veränderungen allerdings größer, insbesondere im PKV-Neugeschäft. So verteuern sich zum Beispiel einige Tarife für Studenten bei einzelnen PKV-Anbietern für Männer um ca. 50 Prozent. Im Gegenzug zahlen Frauen bei neuabgeschlossenen Verträgen in der privaten Krankenversicherung in denselben PKV-Tarifen je nach Alter 30 bis 40 Prozent weniger als bisher.
(Quelle: FAZ.net / Anhaben ohne Gewähr)
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