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Die Finanzkrise – Müssen wir Angst um unsere Versicherungen haben?

Von admin | 30.September 2008

Krisen erschüttern derzeit den amerikanischen Finanzmarkt und die Sorge macht sich breit, dass auch deutsche Versicherungsgesellschaften betroffen sind. Dies könnte Auswirkungen auf Versicherte, Gewinnbeteiligung, Renten und weitere Bereiche haben oder, im schlimmsten Fall, zur Pleite eines Versicherungsunternehmens führen. Doch ist die Lage wirklich so schlimm?

In den USA muss derzeit der Staat zur Rettung von Versicherungsgesellschaften einspringen und der Markt ist auf Milliarden von Dollar der Notenbank angewiesen. Es stellt sich die Frage: Wie sicher sind unsere Versicherungen?
Die deutschen Versicherungen verfügen über 700 Milliarden Euro, die sie in der ganzen Welt, unter Berücksichtigung strenger Vorschriften, hauptsächlich in Wertpapiere und Pfandbriefe anlegen, wodurch dieses Geld sehr sicher investiert ist. Bis zu 35% dürfen sie in Risikokapital, wie Aktien und Hedgefonds, stecken.

Deutsche Versicherungsunternehmen haben nur sehr wenig Geld in die Aktien investiert, die der Grund für die amerikanische Finanzkrise waren, weshalb diese Krise nur geringe Auswirkungen auf deutsche Versicherer und ihre Versicherten hat.

Seit Beginn des Jahres ist ein Sinken des Dax zu beobachten, wodurch sich der Wert der Aktien, die die Versicherer gekauft haben, verringert. Doch die Aktienquote beträgt nur 10%, was um einiges weniger als zu Zeiten des Börsencrashs im Jahr 2002 ist.

Die Versicherer haben verschiedene Strategien der Geldanlage, wodurch sie unterschiedlich viel in den Aktienmarkt investieren, so erleidet die Allianz SE, laut dem Vorstandsvorsitzenden Michael Diekmann, maximal einen Verlust von 400 Mio. Euro durch die Krise, was weniger als 1% ist.

Weitere Auswirkungen der amerikanischen Finanzkrise sind die Stagnation der Gewinnbeteiligung, der Anstieg der durchschnittlichen Verzinsung und die Verringerung der Rendite der Anleihen. Die Erträge der Kunden sinken somit.

Laut Gesetz müssen die Versicherungsunternehmen ihre Kunden an stillen Reserven, die sie durch Gewinne gemacht haben, bei Vertragsende beteiligen. Diese stillen Reserven sind derzeit bei vielen Versicherern aufgebraucht, sodass die Kunden nicht davon profitieren können, doch meistens ist die Höhe der stillen Reserven für den Kunden zu keiner Zeit wirklich nachvollziehbar, sodass man sich nie sicher sein kann, ob der Kunde vollständig am Gewinn beteiligt wird.

Dafür hat die Krise stärkere Auswirkungen auf fondsgebundene Policen, über deren Risiken sich viele Kunden beim Kauf nicht vollständig im Klaren waren. Da diese fondgebundenen Policen eine hohe Aktienquote besitzen, trifft sie die Krise des amerikanischen Finanzmarktes stärker, doch diese Auswirkungen sind nur temporär. Ein überstürzter Verkauf wäre jetzt unklug, da große Verluste gemacht werden würde.

Alle, die in die Riester-Rente einzahlen, müssen sich keine Sorgen machen, da die Auszahlung der Riester-Rente gesetzlich gesichert ist. Auch die Betriebsrente ist sicher, da der frühere Arbeitgeber dafür aufkommt.
Allerdings können Pensionskassen, -fonds und Direktversicherung von der Krise betroffen sein, was sich auf die jährliche Überschussbeteiligung auswirkt.

Die Angst vor dem Bankrot von Versicherungsunternehmen ist unbegründet, da in diesem Fall zunächst der Staat mit Hilfe eines Rettungsfonds einspringt, der durch die Einzahlungen aller Versicherer gesichert ist.
Als Fazit ist zu ziehen, dass die Finanzkrise sich zwar auch in Deutschland bei den Versicherern bemerkbar macht in Form von sinkenden Erträgen, doch die Pleite eines Unternehmens ist sehr unwahrscheinlich und es gibt keinen Grund zur Panik.

Topics: Versicherungen | Kein Kommentar »

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