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Finanzkrise: Wie sicher sind die Lebensversicherungen?

Von admin | 8.Oktober 2008

Die Krise des Finanzsystems fordert aktuell immer wieder neue Opfer. Viele Bürger fragen sich: Wie sicher sind unsere Lebensversicherungen? Die Finanzkrise wird auch bei den Lebensversicherern Konsequenzen haben, so werden die Gewinne sinken, Insolvenzen sind aber eher unwahrscheinlich.

Die deutschen Versicherungsunternehmen haben mit den Beiträgen ihrer Kunden ein Kapital von etwa 700 Milliarden Euro angehäuft. Dieses Geld wird zwar weltweit investiert, jedoch ist gesetzlich eindeutig geregelt, dass maximal 35 Prozent des Anlagebetrages in Risikokapital wie beispielsweise Aktien oder Hedgefonds investiert werden darf. Branchenexperten gehen allerdings davon aus, dass Anleihen von Banken rund die Hälfte der festverzinslichen Wertpapiere bei den Versicherern stellen. Die Zinsen sind für das laufende Jahr garantiert, somit wird es im Jahr 2008 hier kaum negative Auswirkungen geben.

Für das Jahr 2009 zeichnet sich jedoch bei vielen Versicherungsanbietern ein deutlicher Gewinneinbruch ab. Dennoch ist in diesem Fall zu bedenken, dass die meisten Versicherer über stille Reserven verfügen. Im ärgsten Fall – der Pleite – übernimmt die Auffanggesellschaft der Lebensversicherer die Verträge. Diese Auffanggesellschaft mit dem Namen Protektor wird dann zumindest für den Erhalt des Kapitals und die Zahlung des vereinbarten Mindestzinses sorgen.  Angesichts der immens hohen Summen ist es allerdings fraglich, ob Protektor die Insolvenz eines der großen Lebensversicherer ohne Hilfe des Staates ausgleichen könnte.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass deutsche Versicherer Anteile an den US-amerikanischen „Schrotthypotheken“ gekauft haben?

Branchenexperten gehen davon aus, dass nur wenige deutsche Assekuranzen innerhalb ihres gesetzlich erlaubten Risikokapitals Aktien gekauft haben, die mit Kreditforderungen unterlegt sind, den sogenannten ABS. Eine spezielle Art dieser Papiere – damit sind die gemeint, in denen Schrotthypotheken angehäuft wurden – hat die Finanzkrise in den USA ausgelöst.
Nach Auskunft des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sind nur etwa 1,7 Prozent aller Kapitalanlagen in ABS investiert. Wie der GDV weiter erklärt, sind nur 10 bis 20 Prozent dieses relativ geringen Anteils in die problematischen Kredite investiert worden. Auch die Finanzaufsicht BaFin sieht mögliche Gefahren für deutsche Versicherungsunternehmen als gering an. Der BaFin-Sprecher Peter Abrahams: „Nach den bisherigen Erkenntnissen der BaFin sind die Auswirkungen auf die deutschen Versicherungsunternehmen begrenzt.“

Topics: Lebensversicherung | Kein Kommentar »

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