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Nikkei Index bricht ebenfalls ein
Von admin | 8.Oktober 2008
Vergangenen Mittwoch brach über die Börse in Tokio der schlimmste Kursverlust seit dem Schwarzen Montag von 1987 herein. Der Nikkei Index sackte zu Beginn des Handels um knappe zehn Prozent ab. Anleger gerieten in Panik uns stießen ihre Papiere massenweise ab. Ein weiterer, dramatischer Einbruch war die Folge. Erst gegen Handelsschluss beruhigte sich die Lage etwas. Dennoch schloss der Nikkei (Index aus 225 Unternehmenswerten) mit einem Minus von 9,4 Prozent.
Ursache dieser Entwicklung ist die Angst vor einer weltweiten Rezession. Anleger befürchten, diese Entwicklung könne auch durch das Eingreifen der Notenbanken nicht aufgehalten werden. Fondsmanager wie Mitsushige Akino orten eine tiefgehende Verunsicherung. Auch wenn Aktien derzeit billig zu haben seien, scheuen die Händler vor Käufen zurück. Aber nicht nur die Verunsicherung und die Angst vor weiteren Verlusten lässt den Handel erlahmen. Derzeit gäbe es auch kaum Kredite für Investitionen an der Börse, sagt Kenichi Hirano von Tachibana Securities.
Japans Ministerpräsident Taro Aso kann nur noch konstatieren, dass es „anormale Einbrüche“ an der Börse in Tokio gegeben hat. Ihm bleibt aber im Moment nur der Posten des Beobachters. Denn auch im Umkreis geben die Börsen kräftig nach. Die Märkte in Singapur, Taiwan, Shanghai und Südkorea haben ebenfalls deutliche Verluste zu verzeichnen. In Indonesien wurde der Handel nach einem Kurssturz des Leitindex um mehr als zehn Prozent ausgesetzt. Auch Hongkong konnte sich der Index trotz Senkung der Leitzinsen um 100 Basispunkte nicht erholten. Die Börse schloss mit einem Kursverlust von fünf Prozent. Der zweite wichtige Index der Börse in Tokio, der Topix (Index aus 1390 Aktien), verlor ebenfalls acht Prozent und sankt auf 899 Zähler.
Hauptbetroffene der Kursverluste war unter anderem die Autoindustrie. Toyota-Aktien büßten 11,6 Prozent ihres Wertes ein. Laut der Wirtschaftszeitung „Nikkei“ rechnet man mit 40 Prozent weniger Gewinn als im Vorjahr. Verantwortlich dafür seien der starke Yen und die geringen Zuwächse auf den Wachstumsmärkten. Eine Senkung der Gewinnprognosen für das laufende Jahr ist zu erwarten. Wenig besser steht es um Honda. Der Aktienwert gab um 10,3 Prozent nach. Auch hier befürchtet man Absatzrückgange.
Auch Advantest, Hersteller von messtechnischen Apparaturen, musste einen herben Kursverlust von 14,9 Prozent hinnehmen. Nippon Steel brach um knappe 12 Prozent ein und Mitsui OSK Lines, die größte Reederei der Welt, verlor 12,8 Prozent. Im Zuge der Bankenkrisen in den USA musste auch die der japanischen Bank Mitsubishi UFJ Financial fast sechs Prozent Verlust einsteckten. Sie will aber ihre Beteiligung an Morgan Stanley aufrechterhalten.
Den ersten großen Crash erlebte der Nikkei-Index 1953. Damals stürzte er um 10 Prozent ab. Dann galt Japan wieder lange als sicherer Hafen, bis 1987 ein Kursverlust von 14,9 Prozent zu verzeichnen war. Diesmal ist die Krise aber von globalem Ausmaß und die Krise in Tokio nur ein Symptom einer weltweiten Verunsicherung.
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