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Wildunfälle: Im Herbst steigt die Gefahr – Was für die Versicherung zu beachten ist

Von admin | 14.Oktober 2008

Auch wenn die Straßen, die direkt durch Wälder und Felder führen, gerade im Herbst ihren besonderen Reiz wegen der intensiven Laubfarben haben, so steigt während dieser Jahreszeit das Risiko eines Wildunfalls. Da viele Tiere des Waldes jetzt besonders wanderungsaktiv sind -  wie beispielsweise die Rothirsche, die sich noch bis Ende November in der Brunft befinden -  kommt es immer wieder vor, dass ein Wildtier plötzlich auf die Fahrbahn rennt.

Die Statistik verzeichnet mit 432.000 Wildunfällen pro Jahr ein steigende Zahl. Da nicht jeder Unfall mit Wildtieren gemeldet wird, ist von einer recht hohen Dunkelziffer auszugehen. Die erfassten Unfälle beinhalten 200.000 getötete Hasen, 220.000 überfahrene Rehe und etwa 12.000 in einen Unfall verwickelte Wildschweine. Eine Wildsau von 80 Kilogramm entwickelt bei einem Auto, das mit 50 Km/h unterwegs ein Aufschlaggewicht von zwei Tonnen! Angesichts dieser Einwirkungen ist es nicht erstaunlich, dass es 2006 bei den erfassten Unfällen mit Wildtieren 10 getötete und 2800 verletzte Verkehrsteilnehmer gab.

Erhöhte Vorsicht ist gerade im Herbst geboten: Das Tempo sollte verringert werden, der Fahrer sollte stets bremsbereit sein. Der Fahrbahnrand sollte rechts und links im Auge behalten werden, in der Dunkelheit hilft oftmals das Fernlicht, die funkelnden Augen der Wildtiere zu erkennen. Sollte ein Tier am Straßenrand auftauchen so gilt nach Auskunft des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR): bremsen, sofort abblenden und hupen. Der Autofahrer sollte stets bedenken, dass nach einem Wildtier zumeist weitere Rudelmitglieder folgen. Wenn ein Zusammenstoß mit dem Wildtier nicht mehr zu vermeiden ist, so sollte nach einem Ratschlag des ADAC das Lenkrad gut festgehalten werden. In sogenannten Fahrsicherheitstrainings kann der Autofahrer üben, wie er in Gefahrensituationen optimal reagiert.

Versicherungen zahlen nicht immer anstandslos

Generell ist zu beachten, dass Wildschäden am eigenen Auto nicht durch die Kfz-Haftpflicht getragen werden. Wildunfälle am eigenen Fahrzeug werden durch die Teilkasko reguliert. Allerdings ist nicht jeder Unfall mit einem Wildtier per Kasko versichert: In den meisten Versicherungsverträgen der Teilkasko beziehen sich Wildunfälle auf Haarwild. Zusammenstöße mit durchaus recht großen Vögeln wie Fasanen, Bussarden und Reihern können aber auch einen großen Schaden verursachen – da diese Tiere nicht zum Haarwild gehören, zahlen viele Versicherung hier nicht. Im Fall der Vollkasko hat diese Unterscheidung keine Bedeutung.
Sind die Spuren eines Wildunfalls nicht eindeutig dokumentiert, so weigern sich einige Versicherungen zunächst, die Schadensregulierung zu übernehmen.

 Der Unfall sollte daher unbedingt der Polizei gemeldet werden, darauf weist der Deutsche Jagdschutz Verband hin. Für die  Schadensregulierung durch die Kaskoversicherung ist eine sogenannte Wildbescheinigung erforderlich . Die Polizei wird übrigens auch den zuständigen Jagdpächter benachrichtigen, der gegebenenfalls ein schwer verletztes Tier von seinen Leiden erlöst. Der Verkehrsteilnehmer sollte ein angefahrenes Wild auf keinen Fall anfassen, ihm auch nicht zu nahe kommen, da dies nur den Stress für das Tier erhöht.

Wichtig für die Versicherung ist: Ein Wildschaden muss als solcher von der Polizei und/oder dem Jagdpächter protokolliert werden. Sehr hilfreich sind zusätzlich Fotos der Unfallstelle, des Autos und des Tieres, ebenso Zeugenaussagen.

Topics: Kfz-Versicherung | 5 Kommentare »

5 Kommentare to “Wildunfälle: Im Herbst steigt die Gefahr – Was für die Versicherung zu beachten ist”

  1. Insurance Guy meint:
    14.Oktober 2008 at 13:38

    Hi Leute, habe zwar noch nie einen Wildunfall gehabt, aber mit Versicherungen kenn ich mich schon aus! Ich würde empfehlen, wenn es nur irgendwie geht, das gute Tier auf jedenfall zu verspeisen. Dann ist es nicht ganz um sonst gestorben. Natürlich muss sollte man es nicht übertreiben, so wie in Amerika, wo daraus gerne ein Sport gemacht wird. Ich rede von roadgrilling, das Wild wird gezielt mit einem Jeep übern Haufen gefaren und anschließend gegrillt!

    Büro ist Krieg – Versicherung ist Weltkrieg

  2. Brillenzusatzversicherung meint:
    17.November 2008 at 11:26

    Ja nicht nur bei Verkehrsunfällen wirds kritisch. So ein Wildschwein zerpflügt ja auch mal ganz schnell ein Maisfeld oder verbreitet Krankheiten bei Mensch und Haustier. In den letzten Jahren war laut dem Deutschen Bauernverband ein nahazu unkontrolliertes Ausbreiten von Wildschweinen zu verzeichnen. Bei einer Reproduktionsrate von >300% aber auch kein Wunder.

  3. Tom Becker meint:
    22.Dezember 2008 at 20:29

    Die Häufigkeit der Wildunfälle ist auf jeden Fall auf Treibjagden zurück zu führen, obwohl dies immer wieder vehement dementiert wird. Fakt ist, das diese Jagden Rehwild verunsichern und aufscheuchen und dieses oft orientierungslos umher irrt. An Stelle der Versicherungen würde ich einen Schaden mit Rehwild nicht bezahlen, wenn in diesem Gebiet Treibjagden stattfinden, da diese grob fahrlässig den Strassenverkehr gefährden, auch noch Tage nach der Jagd.
    mfg

  4. FrankY meint:
    24.Januar 2009 at 13:05

    Bei Wildschäden ist die Teilkaskoversicherung sehr hilfreich, das Sie die Reparaturkosten übernimmt, leider aber den Selbstbehalt wenn dieser vereinbart ist nicht. Hier kann eine Mitgleidschaft im Automobilclub den Selbstbehalt ausgleichen. Wichtig ist die Meldung des Wildschadens beim Jagdpächter oder bei der Polizei.

  5. Naja meint:
    16.November 2009 at 01:34

    @Insurance Guy: “Road Grilling” ist ja wohl mal voll daneben. Ob da immer alles gegessen wird was auf den Grill kommt halte ich nämlich für sehr fragwürdig. Ist in meinen Augen eher eine Formn von Tierquälerei oder krankem “Sport” bzw. “Zeitvertreib”

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