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AOK: Kostensteigerung im Jahr 2010?

Von admin | 28.Oktober 2008

Anfang Oktober wurde der neue Einheitsbeitrag von 15,5 Prozent für die gesetzlichen Krankenversicherung beschlossen – jetzt gibt es Stimmen, die davon ausgehen, dass dieser Beitrag nicht ausreicht. Nach Ansicht des Vorstandschefs der AOK Rheinland-Hamburg Wilfried Jacobs wird der Beitragssatz von 15,5 Prozent nicht lange zu halten sein: Steigende Kosten für Medikamente und mögliche Auswirkungen der Finanzkrise auf die Arbeitsmarktsituation könnten spätestens ab 2010 zu Zusatzbeiträgen bei vielen gesetzlichen Krankenversicherungen führen.

Bereits vor einigen Tagen erklärte AOK Chef Wilfried Jacobs gegenüber dem Kölner Stadt-Anzeiger: „Der von Januar 2009 an fällige Beitragssatz von 15,5 Prozent ist zu niedrig, er deckt nicht die Kosten.“ Das Finanzkonzept sei „auf Kante genäht“. Jacobs kann daher nicht ausschließen, dass es bereits im Jahr 2009 zu einem Zusatzbeitrag kommen wird. Neben den steigenden Arznei-Kosten könnte nach seiner Einschätzung auch die Finanzkrise indirekt Auswirkungen auf den Beitrag haben: Wenn die internationale Finanzkrise zum Verlust von Arbeitsplätzen führt (was sich in der Automobilindustrie bereits andeutet), so würde diese negative Entwicklung Beitragsausfälle der Krankenkassen zur Folge haben.

Der Vorstandschef der AOK Rheinland-Hamburg lehnt es strikt ab, dass der Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenkassen verringert wird, um auf diese Weise Zusatzbeiträge zu vermeiden. Es gebe Untersuchungen, die zeigen, dass die Versicherten eher bereit seien, Beitragserhöhungen zu akzeptieren, als Leistungskürzungen hinzunehmen. Jacobs wies darauf hin, dass die Krankenkassen aufpassen müssten, dass die Beitragsfestsetzung durch die Politik nicht zu einer „chronischen Unterfinanzierung führt“.

Der Gesundheitsökonom Jürgen Wasem geht angesichts der Finanzkrise und der sich abzeichnenden Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt davon aus, dass spätestens im zweiten Halbjahr 2009 mit Konsequenzen für den Gesundheitsfonds und den Einheitsbeitrag zu rechnen ist.

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