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AOK: Rabattverträge führen oft zu Medikamentenwechsel

Von admin | 4.November 2008

Durch neue Rabattverträge mit den Arzneimittelherstellern gibt es bei Krankenkassen wie der AOK immer wieder einmal Medikamentenwechsel. Der nächste wird ab dem 1. Januar 2009 erwartet. Gerade chronische Kranke wie beispielsweise Bluthochdruckerkrankte wundern sich dann und sind zum Teil verunsichert, wenn ihnen in der Apotheke ihr Arzneimittel in der unbekannten Form eines anderen Herstellers ausgehändigt wird. Von diesem Pillenwechsel sind einige Hunderttausende AOK-Versicherte betroffen. Dabei ist zu betonen, dass der Wirkstoff des Medikamentes derselbe ist, wenn auch die Verpackung und die Tabletten anders aussehen. Grund für einen möglichen Wechsel des Arzneimittels sind die Rabattverträge, die beispielsweise die AOK mit den Medikamenten-Herstellern aushandelt. Die AOK hat zurzeit mit etwa dreißig Produzenten bundesweite Rabattverträge abgeschlossen. Diese umfassen 22 häufig verschriebene Arzneistoffe wie beispielsweise Medikamente gegen Diabetes und Bluthochdruck.

Bis Mitte November handelt die AOK mit den Arzneimittelherstellern jetzt neue Rabattverträge aus, die bereits ab Anfang des neuen Jahres gültig sein sollen. Ziel ist es, die Ausgaben weiter zu kürzen: ein dreistelliger Millionenbetrag soll so eingespart werden. Viele Apotheker sehen diesen Veränderungen mit Befürchtungen entgegen, müssen sie doch ab 1. Januar 2009 ständig verunsicherten Patienten erklären, warum sie ihr Medikament jetzt in einer neuen Verpackung bekommen. Zahlreiche Patienten haben einfach die Skepsis, ob das neue Medikament ihrem alten, bewährten und vertrautem Mittel entspricht. Wie der Apotheker-Verband ABDA per Umfrage ermittelte, sind viele Patienten häufig nicht einfach mit der Information zu beruhigen, dass die neuen Tabletten genauso wirken wie das gewohnte Medikament. Die Apotheker erwarten Aufklärungspflicht auch seitens der AOK.

Kritik an der Rabattpolitik der AOK kommt von Peter Schmidt, Geschäftsführer des Branchenverbandes Pro Generika: „Es ist bereits jetzt absehbar, dass diese neue Rabattstrategie der AOK weitreichende Konsequenzen haben wird. Eine besteht darin, dass angesichts der extrem kurzen Vorlaufzeit anfängliche Lieferengpässe vorprogrammiert sind.“ Nach Ansicht von Peter Schmidt sollte die AOK im erforderlichen Fall Übergangsfristen vereinbaren, in denen die Versicherten weiter ihr gewohntes Medikament bekommen. Der Geschäftsführer von Pro Generika empfiehlt den Patienten, sich in den ersten Wochen des neuen Jahres auf längere Wartezeiten in  den Apotheken einzurichten: „Ab dem 1. Januar werden viele AOK-Versicherte – wieder einmal – neue Medikamente bekommen. Auf die Apotheken wartet damit erneut die Aufgabe, im großen Stil verunsicherte Patienten zu informieren und verärgerte Kunden zu beruhigen. Ohne die enorme Beratungsleistung der Apothekenteams wäre die Umstellung – und damit auch die Erfüllung der gesamten Rabattverträge – überhaupt nicht leistbar,“ meint Schmidt.

Topics: Gesetzliche Krankenversicherung | Kein Kommentar »

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