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Finanzkrise: Münchener Rück kippt Gewinnziel für 2008
Von admin | 7.November 2008
Die Finanzkrise zeigt ihren Einfluss auf die Jahresbilanz der Münchener Rück. Die zweitgrößte Rückversicherungsgesellschaft der Welt musste erneut eine Milliardenabschreibung auf Aktien bilanzieren, daher kippte der im DAX notierte Versicherungskonzern bereits zum zweiten Mal sein Gewinnziel für das laufende Jahr. Im dritten Quartal gelang es der Münchener Rück noch so gerade, sich in den schwarzen Zahlen zu halten.
Durch diese Abschreibung auf Aktien im vorletzten Quartal des Jahres wird das Konzernergebnis die angestrebten zwei Milliarden Euro wohl nicht erreichen, dies erklärte das Versicherungsunternehmen am heutigen Freitag. Trotz dieser Entwicklung soll aber die Dividende für 2008 mit 5,50 Euro das Niveau des letzten Jahres erreichen. Im Vorjahr lag der Dividende aber auch ein Überschuss von 3,9 Milliarden Euro zugrunde.
Durch die Folgen der Finanzkrise hatte sich die Münchener Rück bereits vor einigen Wochen veranlasst gesehen, ihre Gewinnerwartungen von anfänglich 3,0 bis 3,4 Milliarden Euro erheblich zurückzuschrauben. Aktuell blieb der Versicherungskonzern mit einem Ergebnis von 12 Milliarden Euro gerade noch in den schwarzen Zahlen, allerdings wurde die Erwartungen der Analysten weit verfehlt: diese hatten im Durchschnitt mit 88,1 Milliarden Euro gerechnet.
Die Münchener Rück macht in erster Linie zusätzliche Wertberichtigungen in ihrem Aktienbestand für die niedrigeren Gewinne verantwortlich. Der Wert der Aktien des Konzerns, der bereits im ersten Halbjahr wegen der eingebrochenen Kurse um 2,221 Milliarden nach unten korrigiert wurde, wurde von Juli bis September durch weitere Abschreibungen von 1,789 Milliarden Euro gemindert. Damit brach das Kapitalergebnis des Rückversicherers um 66,1 Prozent auf 647 Millionen Euro ein.
Das operative Ergebnis der Münchener Rück wurde durch die Folgen der Wirbelstürme „Ike“ und „Gustav“ belastet und rutschte um 77 Prozent auf 260 Millionen Euro ab. Die Münchener Versicherungsgesellschaft hält trotz des Gewinneinbruchs an ihren mittelfristigen Zielen fest. So soll beispielsweise der Gewinn je Aktie bis zum Jahr 2010 auf mindestens 18 Euro steigen.
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