« Versicherungen: Beschwerden sind oft erfolgreich | Home | Zahnzusatzversicherung: Keine guten Test-Ergebnisse »
Sind Sterbegeldversicherungen sinnvoll?
Von admin | 19.November 2008
Bereits seit 2004 wird das Sterbegeld von den gesetzlichen Krankenversicherungen nicht mehr gezahlt. Das Sterbegeld sollte die Kosten der Bestattung ausgleichen. Da Begräbnisse oftmals recht teuer sind, denken nicht wenige Menschen über die Finanzierung nach. Die meisten Lebensversicherer bieten Versicherungsverträge zur Kostendeckung der Beerdigung an. Viele Versicherungsexperten bezweifeln den Sinn dieser Versicherungen.
Nach Ansicht von Thorsten Rudnik, Bund der Versicherten, ist die Sterbegeldversicherung nur ein gutes Geschäft für die Versicherungsunternehmen – und eigentlich nie für die Versicherten. Rudnik wird da sehr deutlich: „Die Police ist überflüssig, eine reine Geldvernichtungsmaschine. Auch von der Verbraucherzentrale Bayern („eine Minusrendite“) und der Stiftung Warentest („ein Renditegrab“) bekommt die Sterbegeldversicherung schlechte Noten.
Zweck einer Sterbegeldversicherung in der Absicht des Versicherten ist eigentlich, die Kosten von Bestattung, Sarg und sonstigen Trauerfall-Kosten begleichen zu können. Die Sterbegeldversicherung ist jedoch kein einfaches Sparmodell, sondern vielmehr eine reduzierte Version einer Kapitallebensversicherung. Da jedoch der allergrößte Teil der gezahlten Beiträge für den Risikoschutz des Versicherten gebraucht wird, so wird die Sterbegeldversicherung in fast jedem Fall zum Verlustgeschäft. Nach Berechnungen der Verbraucherschutzorganisationen zahlen die Versicherten im Laufe der Jahre deutlich mehr ein, als sie im Falle des Todes ausgezahlt bekommen.
Die Menschen, die für ihre Beerdigung finanziell vorsorgen wollen, sollten dies lieber in Eigenregie und ohne eine Versicherung tun – hier sind sich Verbraucherberater einig. So könnte statt einer monatlichen Prämienzahlung in eine fragwürdige Sterbegeldversicherung beispielsweise ein bestimmter Geldbetrag auf ein spezielles Sparkonto eingezahlt werden. Verbraucherschützer raten sogar, eine bereits abgeschlossene Sterbegeld-Police so schnell wie möglich zu kündigen – selbst wenn dabei ein gewisser Verlust entsteht. „Lieber ein Ende mit Schrecken, in eine völlig unrentable Versicherung gehört nicht weiter Geld gesteckt,“ fordert Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten.
Verwandte Artikel
Topics: Krankenzusatzversicherung | Kein Kommentar »
